Das schwedische Luciafest

Lucia ist ein sizilianischer Name und bedeutet „die Helle“ – abgeleitet vom Lateinischen lux, lucis (=das Licht). Lucia war eine sizilianische Heilige, die um 304 n. Chr. als Märtyrerin starb. Nach dem Kalender der römisch-katholischen Kirche wird ihrer am 13. Dezember gedacht. Lucia wird auch mit der Legende um die erste Frau Adams in Verbindung gebracht. Ihr wurde nachgesagt, dass sie mit dem Teufel im Bunde stehe, und ihre Kinder wurden die „unsichtbaren Unterirdischen“ genannt. In dem Namen Lucia klingt nicht nur das lateinische Wort lux, sondern auch der Name Luzifer (der Teufel) an. Um die historische Figur Lucia ranken sich zahlreiche Legenden, und das Brauchtum zu ihrem Gedenken hat sich im Laufe vieler Jahrhunderte entwickelt.

Das schwedische Lucia-Fest hat mit der sizilianischen Heiligen nur den Namen gemein. Es geht auf einen Brauch zurück, der im 16. oder 17. Jahrhundert im deutschen Protestantismus als eine Art Ersatz für den Kult um den katholischen Heiligen Sankt Nikolaus entstand. Lucia symbolisierte das Christkind und brachte den Kindern zu Weihnachten Geschenke. Dabei trat sie in Begleitung einer Teufelsfigur auf, die im Niederdeutschen „Dübelskater“ genannt wurde. Im Schwedischen wurde daraus „dyvelskatter“. Auf dieses Wort geht wohl der Name des zu Lucia traditionell gegessenen Hefegebäcks („Lussekatter“) zurück. Der Lucia-Brauch kam im 17. Jahrhundert mit deutschen Einwanderern nach Schweden. In der schwedischen Bauerngesellschaft zogen in der Nacht, die als die längste des Jahres galt und deshalb „Lusse Långnatt“ („Lange Lusse-Nacht“) genannt wurde, Jünglinge als sogenannte „Lussegubbar“ verkleidet durch die Lande. Sie sangen („Staffan-Lied“) und bettelten um etwas zu essen oder einen Schluck Branntwein.

Die hell gekleidete Luciafigur hatte im Jahr 1764 auf einem Gut in Westschweden ihren ersten Auftritt. Dieser Brauch fand erst im 20. Jahrhundert größere Verbreitung. Daraus wurde das weiß gewandete Gefolge aus Lucia, Sternenjungen („Stjärngossar“) und Brautjungfern („Tärnor“). Der Brauch, nach dem die Lucia Kaffee und „Lussekatter“ serviert, kam bereits in den 1880er Jahren auf, wobei es die „Lussekatter“ schon weitaus früher gegeben hat. 1927 wurde erstmals in Stockholm eine Lucia-Wahl veranstaltet.

„Lussekatter“ sind eine Art Hefegebäck, das der Zugabe von Safran ihre intensiv gelbe Farbe verdankt. Das Gebäck gibt es in vielen unterschiedlichen Formen, wobei die S-Form („Julgalten“) mit je einer Rosine in der Mitte der Krümmungen am gebräuchlichsten ist. Auch andere Varianten mit überkreuz oder nebeneinander gelegten S-Formen sind verbreitet.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.